Ein Wohnungseigentümer möchte seine Wohnung verkaufen. Der Makler verlangt einen Energieausweis, doch in den Verwaltungsunterlagen ist keiner zu finden. Muss der Eigentümer jetzt selbst einen Energieausweis erstellen lassen? Oder ist dafür die Wohnungseigentümergemeinschaft zuständig?
Diese Fragen stellen sich auch bei der Neuvermietung einer Eigentumswohnung. Denn der Energieausweis wird grundsätzlich für das gesamte Gebäude ausgestellt und nicht für jede Wohnung einzeln. Trotzdem muss der einzelne Verkäufer oder Vermieter seinen gesetzlichen Pflichten nachkommen.
Die Katze soll auf den Balkon, aber nicht herunterfallen oder entwischen. Ein Katzenschutznetz scheint die ideale Lösung zu sein. Doch was ist, wenn andere Wohnungseigentümer das Netz als störend empfinden oder die Eigentümergemeinschaft den Einbau verbietet?
Ob ein Katzennetz am Balkon erlaubt ist, hängt vor allem von seiner Befestigung, der optischen Wirkung und den Regelungen der Wohnungseigentümergemeinschaft ab. Nach dem heutigen Wohnungseigentumsrecht können bauliche Veränderungen grundsätzlich mit einfacher Mehrheit gestattet werden. Ein automatischer Anspruch auf jedes gewünschte Katzennetz besteht allerdings nicht.
Die Fassade ist sanierungsbedürftig, die Fenster müssen ausgetauscht oder die Heizungsanlage soll erneuert werden. Häufig stellt sich dabei die Frage: Darf die Eigentümergemeinschaft eine technisch bessere Lösung wählen, oder handelt es sich bereits um eine bauliche Veränderung?
Die Unterscheidung zwischen Erhaltung und baulicher Veränderung ist auch nach der WEG-Reform 2020 wichtig. Zwar können beide Maßnahmen grundsätzlich mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Für die Kostenverteilung gelten jedoch unterschiedliche Regeln.
Die Treppen zur eigenen Wohnung werden zunehmend zum Hindernis. Ein Treppenlift könnte helfen – doch was passiert, wenn die übrigen Wohnungseigentümer den Einbau ablehnen? Dürfen sie sich auf das Erscheinungsbild des Treppenhauses, den Platzbedarf oder den Brandschutz berufen?
Nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 WEG haben Wohnungseigentümer grundsätzlich einen Anspruch auf angemessene bauliche Veränderungen zur Barrierereduzierung. Dazu gehört auch ein Treppenlift. Der BGH und das LG München I haben die Rechte der Eigentümer hierzu deutlich gestärkt.
Ein Eigentümer möchte einen Balkon anbauen, eine Ladestation installieren oder seine Terrasse vergrößern. Doch darf er das überhaupt? Welche Mehrheit ist in der Eigentümerversammlung erforderlich? Und müssen auch diejenigen Eigentümer bezahlen, die gegen den Umbau gestimmt haben?
Seit der WEG-Reform 2020 lassen sich bauliche Veränderungen am Gemeinschaftseigentum leichter beschließen. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Eigentümer nach Belieben umbauen darf. Die §§ 20 und 21 WEG unterscheiden zwischen der Zulässigkeit einer Maßnahme und ihrer Finanzierung.
Eine Arztpraxis in der Eigentumswohnung, eine Kanzlei im Wohnhaus oder eine Gaststätte im ehemaligen Ladenlokal: Darf ein Eigentümer seine Räume anders nutzen, als ursprünglich vorgesehen? Maßgeblich sind die Teilungserklärung, die Gemeinschaftsordnung und die typischen Auswirkungen der geplanten Nutzung. Eine Abweichung ist nicht automatisch verboten – sie kann aber Unterlassungsansprüche auslösen.