Der erste Schnee fällt, der Gehweg ist glatt und schon beginnt in der Eigentümergemeinschaft die Diskussion: Wer muss räumen und streuen? Dürfen die Wohnungseigentümer einen Winterdienstplan beschließen, nach dem jeder einmal an der Reihe ist? Und wer haftet, wenn jemand auf einem vereisten Weg stürzt?
Auch im Herbst können Verkehrssicherungspflichten zum Streit führen. Nasses Laub auf Treppen und Gehwegen ist nicht ungefährlich. Für Wohnungseigentümergemeinschaften kommt es deshalb darauf an, die notwendigen Arbeiten zuverlässig zu organisieren. Eine persönliche Arbeitspflicht lässt sich den Eigentümern allerdings nicht einfach durch Mehrheitsbeschluss auferlegen.

Ein schöner Gemeinschaftsgarten kann die Wohnqualität erheblich verbessern. Doch spätestens beim Rasenmähen, bei der Anschaffung neuer Gartenmöbel oder beim Wunsch nach einem eigenen Gemüsebeet stellt sich die Frage: Wer darf eigentlich was?
Gehört der Garten zum Gemeinschaftseigentum, haben grundsätzlich alle Wohnungseigentümer ein Recht auf Mitbenutzung. Wie der Garten genutzt, gepflegt und gestaltet wird, kann die Eigentümergemeinschaft im Rahmen des Wohnungseigentumsgesetzes regeln. Dabei ist zwischen gewöhnlicher Gartennutzung, laufender Pflege und baulichen Veränderungen zu unterscheiden.
Ein Wohnungseigentümer möchte seine Wohnung verkaufen. Der Makler verlangt einen Energieausweis, doch in den Verwaltungsunterlagen ist keiner zu finden. Muss der Eigentümer jetzt selbst einen Energieausweis erstellen lassen? Oder ist dafür die Wohnungseigentümergemeinschaft zuständig?
Diese Fragen stellen sich auch bei der Neuvermietung einer Eigentumswohnung. Denn der Energieausweis wird grundsätzlich für das gesamte Gebäude ausgestellt und nicht für jede Wohnung einzeln. Trotzdem muss der einzelne Verkäufer oder Vermieter seinen gesetzlichen Pflichten nachkommen.
Die Katze soll auf den Balkon, aber nicht herunterfallen oder entwischen. Ein Katzenschutznetz scheint die ideale Lösung zu sein. Doch was ist, wenn andere Wohnungseigentümer das Netz als störend empfinden oder die Eigentümergemeinschaft den Einbau verbietet?
Ob ein Katzennetz am Balkon erlaubt ist, hängt vor allem von seiner Befestigung, der optischen Wirkung und den Regelungen der Wohnungseigentümergemeinschaft ab. Nach dem heutigen Wohnungseigentumsrecht können bauliche Veränderungen grundsätzlich mit einfacher Mehrheit gestattet werden. Ein automatischer Anspruch auf jedes gewünschte Katzennetz besteht allerdings nicht.
Die Fassade ist sanierungsbedürftig, die Fenster müssen ausgetauscht oder die Heizungsanlage soll erneuert werden. Häufig stellt sich dabei die Frage: Darf die Eigentümergemeinschaft eine technisch bessere Lösung wählen, oder handelt es sich bereits um eine bauliche Veränderung?
Die Unterscheidung zwischen Erhaltung und baulicher Veränderung ist auch nach der WEG-Reform 2020 wichtig. Zwar können beide Maßnahmen grundsätzlich mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Für die Kostenverteilung gelten jedoch unterschiedliche Regeln.
Die Treppen zur eigenen Wohnung werden zunehmend zum Hindernis. Ein Treppenlift könnte helfen – doch was passiert, wenn die übrigen Wohnungseigentümer den Einbau ablehnen? Dürfen sie sich auf das Erscheinungsbild des Treppenhauses, den Platzbedarf oder den Brandschutz berufen?
Nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 WEG haben Wohnungseigentümer grundsätzlich einen Anspruch auf angemessene bauliche Veränderungen zur Barrierereduzierung. Dazu gehört auch ein Treppenlift. Der BGH und das LG München I haben die Rechte der Eigentümer hierzu deutlich gestärkt.